Über uns

Vita Ulrich Wiltschko

Die Idee mit Kindern zu arbeiten, kam mir an einem außergewöhnlichen Ort: 1976 während einer Wanderung auf über 2.000 Metern Höhe im Himalaya erlebte ich am eigenen Leibe die heilende Wirkung der Natur auf den Menschen. Im Himalaya war ich nur auf mich selbst, die Natur und ihre Gesetze gestellt. Anders als in dieser reizarmen Umgebung leben wir in einer hochstrukturierten und hochkomplexen Gesellschaft. Das kann vor allem junge Menschen überfordern und entkoppelt sie von den natürlichen Rhythmen des Lebens. Mir kam in den Sinn, dass genau diese Erfahrungen hilfreich für Kinder und Jugendliche sein können, die nach Halt und eigenen Strukturen suchen.

Auf meiner Wanderung schrieb ich diese Gedanken in Form eines Konzeptes nieder, das ich im Rahmen meines Studiums zum Grundschullehrer weiter entwickeln sollte. Genau diese Überlegungen waren später der Grundstein für die Arbeit von NEUE WEGE e.V. – einem freien Träger der Jugendhilfe, der 1994 von mir gegründet wurde.

Bevor ich NEUE WEGE gegründet habe, hat mich mein Weg durch unterschiedliche Berufsfelder geführt. Ich habe eine Lehre zum Tischler abgeschlossen und ein Studium zum Grundschullehrer absolviert. Als Lehrer habe ich genau einen Tag in der restriktiv geführten Grundschule standgehalten und daraufhin mein Psychologiestudium begonnen. Nach dem Studium war ich zunächst fünf Jahre am Theater als Bühnenarbeiter und Schreiner beschäftigt. Außerdem habe ich Ausbildungen in Gestalttherapie, systemischer Familientherapie und Körperorientierter Psychotherapie gemacht. Schließlich arbeitete ich elf Jahre in einer Ehe-, Familien- und Sexualberatungsstelle.

Dort arbeitete ich auch in sozialen Brennpunkten und merkte, dass ich mich nach wie vor den sogenannten schwer-erziehbaren Kindern verbunden fühle. Das ist durch meine eigene Kindheit begründet. Ich war wohl ein „schlimmes“ Kind, ließ mir nicht gerne einen Weg vorschreiben und sammelte meine Erfahrungen lieber selbst. Schon in meiner Kindheit machte sich meine soziale Ader bemerkbar. Mit sechs Jahren habe ich ärmere Kinder aus meiner Volksschulklasse zum Mittagsessen eingeladen. Meine Mutter nahm sie stets freundlich auf und sie freuten sich, bei uns ein warmes Mittagessen zu bekommen.

Meine Wesensart und mein Werdegang brachten mich schließlich dazu, NEUE WEGE zu gehen. Ich war angetrieben von dem Leitgedanken soziale, unkonventionelle und kreative pädagogische Antworten zu entwickeln und umzusetzen. Es ist mir ein persönliches Anliegen sowohl Kindern, Jugendlichen und Familien als auch Mitarbeiter*innen und allen Beteiligten die Möglichkeit zu bieten, zu wachsen und sich entwickeln zu können.

Heute blicke ich zurück auf eine 25-jährige Erfolgsgeschichte. Ich bin sehr stolz darauf, dass meine hochkompetenten Mitarbeiter*innen und ich mittlerweile mehr als 10.000 Familien, Kindern und Jugendlichen unterstützen konnten.
Mein Engagement habe ich in die Dienste des sozialen Friedens gestellt. Es erfüllt mich mit Freude, dass wir zum sozialen Frieden in unserer Gesellschaft einen Beitrag leisten konnten und auch weiter leisten. Mit NEUE WEGE tragen wir so zu einer guten und selbstbewussten Entwicklung der jungen Menschen bei.